Bissel/Großenkneten, 31.05.2015, von Mike Othold

Bisseler Brückenschlag

Das war der Titel, der wörtlich und sinnbildlich Programm für die teilnehmenden Helfer und Kameraden der Feuerwehr aus dem LK Oldenburg war. An dem Ausbildungswochenende des THW wurden Stege in verschiedensten Varianten gebaut und die Pumpentechnik des THW präsentiert.

Das ehemalige Munitionsdepot der Bundeswehr in Bissel bot dafür hervorragende Voraussetzungen. Die dort ansässige Werksfeuerwehr von ExxonMobil stellte uns ihre Liegenschaften zur Verfügung und hat sich so aus nächster Nähe über die Möglichkeiten des THW informieren können. Zwei Fahrzeughallen wurden geräumt, die als Schlaf- und als Gemeinschaftsraum genutzt wurden. Ebenso sorgte sie dafür, dass die stillgelegten Sanitäranlagen einsatzbereit waren. Zudem hat die Werksfeuerwehr noch 200 L Trinkwasser bereitgestellt, da in den Leitungen nur Brauchwasser war.

Bereits am Freitagabend wurde durch die ersten Helfer aus Wardenburg und dem Ortsverband Bremen-Ost noch einiges vorbereitet. So musste zunächst die nötige Infrastruktur aufgebaut werden: das Schlaflager wurde hergerichtet, die mobile Küche und das Zelt für die Junghelfer wurden aufgebaut. Auf dem Außengelände mussten die Bunkerflächen, die für zwei große Stege gebraucht wurden, von Gestrüpp und Buschwerk befreit werden. Zudem wurde noch eine Mediaanlage aufgebaut, um den Feuerwehren die Pumpentechnik theoretisch präsentieren zu können. Die gleiche Anlage wurde am Samstagabend von der Jugendgruppe zur Unterhaltung genutzt.

Am Samstagmorgen trafen dann die restlichen Helfer und Junghelfer aus den Ortsverbänden Wardenburg und Bremen-Ost ein und gingen nach einem Frühstück gleich ans Werk. Denn später am Tag wurden die Kameraden der Feuerwehren aus dem Landkreis, die Geschäftsführung des THW GFB Bremen und die Presse erwartet.

Alle Helfer wurden in Gruppen aufgeteilt, um das geplante umfangreiche Pensum rechtzeitig für den Besuch abzuarbeiten. Jede einzelne Gruppe bekam ein Klemmbrett mit den jeweiligen Aufgaben. Sandra Fürst und Stefan Opitz betreuten die beiden Jugendgruppen. Wilke Oeltjen übernahm mit seinen beiden Führungsduos Jens Pollmann und Thomas Schade sowie Peter Wolf und Thorsten Rüger die Führung über die Stege-Bautrupps. Peter Sieling leitete dabei die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen aus Bremen-Ost. Unsere Kameraden und Kameradinnen vom Verpflegungstrupp, Christa und Eilert Eylers, Bettina und Dirk Fürst kamen dankenswerter Weise ohne Klemmbrett aus und sorgten in gewohnt guter Weise für das leibliche Wohl der Kameraden und Gäste.

Die Bunker auf dem Gelände wurden als Mehrzweckhügel mit eingebauten Schluchten genutzt, um dazwischen China- bzw. Trümmerstege zu bauen. Diese Aufgabe hatten die Bergungsgruppen und die Fachgruppe Ortung aus Wardenburg in den vorausgegangenen Wochen schon einige Male geübt. Zudem wurden vor dem eigentlichen Stegebau sogenannte Bocklehren angefertigt, um vor Ort einheitliche Konstruktionen präsentieren zu können. Helfer der zweiten Bergungsgruppe aus Bremen-Ost wurden auf die zwei Stege-Bautrupps verteilt. Am Ende des arbeitsreichen Tages konnten von den Feuerwehrkameraden und der Presse zwei Stege mit einer Gesamtlauflänge von rund 24 m und einer Laufhöhe von ca. 2 m begutachtet und getestet werden. Die präsentierten Stege sind geeignet, um gleichzeitig in zwei Richtungen ein Hindernis zu überqueren.

Die Fachgruppe Wasserschaden / Pumpen aus Bremen-Ost baute zeitgleich am Löschteich des Geländes ihre Havariepumpe (15.000 l/min), der Firma DIA, und weitere Tauchpumpen (bis 800 l/min) für die Vorführung auf. Die Großpumpentechnik und die flexiblen Tauchpumpen der Bergungsgruppen waren die Schwerpunkte für das Interesse der Feuerwehren.

Die umliegenden Gräben wurden von den Jugendgruppen genutzt, um weitere Stege zu bauen. Hierzu gehörten der Leitersteg, verschiedene Uferstege und das aufwendigere aber stabile Bocksprengwerk. Die Stege der Jugendgruppen hatten in der Regel eine Spannweite von etwa 2,5 m. Beim Bocksprengwerk waren es ca. 7 m. Dieser Steg kann beispielsweise auch so ausgeführt werden, dass er mit einem PKW befahren werden kann.

Am Ende konnte alles zurück gebaut werden, sodass für den Sonntagvormittag “nur” noch der Abbau der mobilen Küche, der Zelte und der Feldbetten anstand.

Am Ende der Veranstaltung zeigten sich die Kameraden aus dem Ortsverband Bremen-Ost sichtlich zufrieden mit der Kooperation, denn auch sie könnten im Einsatzfall im Landkreis Oldenburg zum Einsatz kommen, wenn die Einsatzleitung dies wünscht. Auch Mike Othold, der das Wochenende organisiert hatte, war völlig begeistert: "Zu sehen, dass das Wissen über den Stegebau, das ich aus dem THW-Lehrgang mitgenommen habe, hier so wirksam dargestellt wird, hätte ich nicht gedacht. Ich hoffe, dass wir bald wieder ein solch intensives Ausbildungsprojekt hinbekommen." Zu dieser Gelgenheit haben seit langem mal wieder alle Gruppen des Ortsverbandes gemeinsam einen Wochenenddienst durchgeführt. Die Altersspanne, von den Jugendlichen bis zu den alten Hasen, war dabei genauso groß, wie die Erfahrungen, die alle mit nach Hause genommen haben.


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